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Samstag, 16. November 2019

Pflanzaktion

Mitglieder der Umweltgruppe beim pflanzen. Foto: Andrea Stieber
Eifrig buddelten heute Vormittag knapp 30 freiwillige Helfer Löcher in den Boden. Und darin versenkten sie die Wurzeln von Haselsträuchern, Wildrosen, Schneeball, Wildkirsche oder Douglasie. Selbst aus Marburg, Oberursel und Wörsdorf waren Familien gekommen, um zu helfen. Wie Thomas Götz von Hessenforst erläuterte, musste hier auf dem Höhenrücken zwischen Mauloff und Riedelbach ein etwa ein Hektar großes Stück mit Fichten aufgrund von Borkenkäferbefall gefällt werden. Als Ersatzbaumart waren bereits Douglasien gepflanzt worden, die mit dem Klimawandel besser zurecht kommen und auch hier auf dem trockenen Standort gedeihen können. Doch der Waldrand sollte auf einer Breite von etwa zehn Metern mit einheimischen Wildgehölzen gestaltet werden. Vor allem mit solchen, die sich nicht so leicht von selbst ansiedeln. Weitere Straucharten wie Holunder oder Weißdorn werden dank der Verbreitung durch Vögel dazu kommen. Und so griffen wir zu Spaten und Pickel, um zwischen Wurzeln und Steinen Raum für die Wurzeln der neuen Pflanzen zu schaffen. Um insbesondere die Wildkirschen vor Verbiss zu schützen, erhielten diese „Gitterchen“ aus Holz.

Etwa 30 freiwillige Helfer pflanzen Bäume und Sträucher zwischen Mauloff und Riedelbach.

Pause, Stärkung und Information müssen sein.

Samstag, 19. Oktober 2013

Thomas Götz im HR Fernsehen zum Thema "Wildkatze"

Sehr interessant und gelungen war der Auftritt von unserem Agendamitglied Thomas Götz, Forstamt Weilrod, in der gestrigen Sendung "Hallo Hessen" im HR Fernsehen.

"Hauptdarsteller" war die Wildkatze, die zum Glück wieder häufiger in heimischen Wäldern vorkommt. Die Sendung ist für 7 Tage in der Mediathek des HR anzusehen.

"Hallo Hessen", Sendung vom 18.10.2013 im HR-Fernsehen

Freitag, 15. März 2013

Wertvolle botanische Vielfalt im Weilroder Schlossgarten

Fotos: Thomas Götz (rechts) vom Forstamt Weilrod stellte Mitgliedern der Agendagruppe Umwelt und interessierten Bürgern die im Staatsforst auf Weilroder Gemarkung ausgewählten Kernflächen vor.
Höhlen, wie diese, in den 300 Jahre alten Eichen stellen ideale Verstecke für Fledermäuse dar.  Fotos: S. Neugebauer

Exkursion des Forstamtes und der Lokalen Agenda 21 zu den Kernflächen, die unter strengem Naturschutz stehen und nicht mehr bewirtschaftet werden
Artikel aus dem Usinger Anzeiger vom 13. März 2013

WEILROD (sn). 
Eine der vier Säulen des Wald-Naturschutzes stand am Samstag im Mittelpunkt einer Exkursion, zu der die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod zusammen mit dem Forstamt Weilrod eingeladen hatte. Thomas Götz vom Forstamt stellte den zehn Interessierten die ausgewählten Kernflächen vor.
Und gleich hinter dem Forstamt auf Schloss Neuweilnau war die erste Fläche zu finden, die in Zukunft für eine Bewirtschaftung tabu ist. Götz, der im Forstamt unter anderem für Naturschutzbelange zuständig ist, erläuterte die Gründe für die Auswahl dieser etwa 10 Hektar großen Fläche. Damit stellt der Schlosshain schon fast die Hälfte der 23 Hektar, die von den 1200 Hektar Staatswald auf Weilroder Gemarkung als Kernflächen unter Schutz gestellt werden. Der Schlosshain beherberge etwa 20 verschiedene Baumarten, betonte Götz, und weise damit eine hohe Vielfalt auf. Das Vorkommen der Bergulme hier sei das einzige im gesamten Forstamtsbezirk, nachdem das vom Ulmensplintkäfer übertragene Ulmensterben die meisten Bestände vernichtet hat. Außerdem gebe es hier Exoten wie die Douglasie. Diese etwa 90 Jahre alten Bäume überragen den übrigen Bestand. Aber auch Linde, Spitzahorn, Bergahorn, Weißtanne, Esche, Buche, Hainbuche, Eiche und noch einige mehr wurden hier zum Teil durch die Förster angepflanzt, die schon seit fast 200 Jahren auf dem Schloss residieren. Hinzu kommt eine vertikale Schichtung des Bestandes. Denn auch Naturverjüngung lässt sich hier nach dem Gewittersturm von 2011 beobachten. Die Vielfalt eines Bestandes sei ein Kriterium für die Auswahl als Kernfläche neben dem Alter der Bäume gewesen, betonte der Forstmann. Ein weiteres Kriterium seien Sonderbiotope im Wald, wie Felsformationen. 

So führte Götz die Gruppe zu der 3,6 Hektar großen Fläche am Homberg, die durch zahlreiche bemooste Felsen mit ihren Spalten gekennzeichnet ist. Die Kronen der 160 Jahre alten Buchen hier beginnen sich bereits zu zersetzen. Und dieses stehende und später auch liegende Totholz ist für viele Holz zersetzende Flechten, Moose und Pilze, aber auch für Totholz bewohnende Insekten -hier ist der Hirschkäfer ein bekanntes Beispiel- als Lebensraum notwendig. 185 Jahre alte Buchen dominieren den Bestand auf der 1,4 Hektar großen Fläche bei Cratzenbach. Astlöcher und Spalten in den Bäumen bieten hier ideale Bedingungen für Fledermäuse und Spechte. „Dieser Bestand ist noch als Wirtschaftswald deklariert, hat aber keine hohe Holzqualität mehr“, berichtete Götz. Damit sei der wirtschaftliche Verlust überschaubar, aber der ökologische Gewinn hoch. 

Eine vierte Fläche, die auf dem Exkursionsplan stand, wäre vom Eichenbestand her eine Wunschfläche des Forstamts gewesen. Doch da sie bei Emmershausen zwischen der Weilstraße und dem Weiltalweg liegt, muss hier wegen der Verkehrssicherheit doch gelegentlich ein alter Baum gefällt werden. „300 Jahre Nachhaltigkeit, diese Bäume können etwas darüber erzählen“, veranschaulichte Götz den von Hannß Carl von Carlowitz vor drei Jahrhunderten erstmals eingeführten Begriff, denn die hier wachsenden Eichen seien genau so alt. Diese alten Eichen mit ihren Höhlen und Spalten werden aber als Habitatbäume trotzdem von den Förstern erhalten, denn dies ist die zweite Säule der Waldnaturschutzes, zu dem auch der Naturschutz-Kodex des Forstes und die Arten- und Habitatpatenschaften einzelner Forstämter zählen, sowie eben das Kernflächenkonzept mit seinen zukünftigen Urwald-Parzellen. „Das Konzept kann gerne von den Kommunen übernommen werden“, betonte Götz, denn bisher hat Hessen-Forst nur im Staatswald Kernflächen ausgewiesen. Das sei zunächst eine Selbstverpflichtung, diese Flächen aus der Nutzung zu nehmen. Nur wenn die Flächen als Ausgleichsflächen einem Eingriff zugeordnet werden, dann werde damit eine Rechtsverbindlichkeit geschaffen, wie beispielsweise bei der Cratzenbacher Fläche, die dem Eingriff durch ein Windrad zugeordnet wird.


Sabine Neugebauer

Montag, 19. November 2012

Ein "Faulenzer" ruht vor dem Schloss

Künstlergruppe „Artelino“ stiftet zwei Apfelbäume

NEUWEILNAU (sn). Ein „Siebenschläfer“ steht jetzt vor Schloss Neuweilnau. Und ein „Roter Bellefleur“. Diese beiden Apfelbäume stiftete die Künstlergruppe „Artelino“ jetzt für die Obstwiese vor dem Schloss als Dank, dass ihre Ausstellung „Zeitreise“ wieder im Autohaus Schäfer in Usingen Platz findet.

Uwe Fleck, Betriebsleiter des Autohauses, kam am Mittwochnachmittag selbst zur Pflanzaktion. Aber die beiden Apfelbäume waren bei dem Gärtner und Pomologen Steffen Kahl in guten Händen. Dieser erzählte den „Artelinos“ Wissenswertes über die beiden alten Apfelsorten. Denn der „Siebenschläfer“ ist auch Hessische Lokalsorte 2013. Und damit die elfte Sorte dieser 2003 vom Pomologen-Verein, Landesgruppe Hessen, ins Leben gerufenen Aktion. Der Siebenschläfer verdanke seinen Namen der Tatsache, dass er extrem spät blüht. Deswegen werde er auch „Faulenzer“ genannt. Diese robuste, widerstandfähige Sorte stamme aus dem Raum Braunfels, vermutlich aus dem Solmsbachtal, und sei im Westerwald und Taunus angebaut worden. Von vielen dieser alten Lokalsorten, die oftmals als Zufallsämlinge entstanden seien, gebe es jetzt nur noch Einzelexemplare. Deswegen habe es sich der Pomologenverband zum Ziel gemacht, diese alten Apfelsorten ausfindig zu machen und wieder zu vermehren, um das genetische Potential zu erhalten und auf die historische Bedeutung aufmerksam zu machen. Im Gegensatz zu der Herbstsorte „Siebenschläfer“ sei der Rote Bellefleur ein Lagerapfel, der ab Januar Genussreife erlange und sich bis zum Juni lagern lasse. Auch dieser Apfel blühe spät und werde deswegen auch manchmal „Siebenschläfer“ genannt, was zu Verwirrung führen könne, berichtete Kahl. In vorangegangenen Pflanzaktionen haben die Künstler aus dem Usinger Raum und dm Weiltal bereits 12 Apfelbäume im Hessenpark gepflanzt. Jetzt wollen sie sich aber verstärkt der Umgebung von Schloss Neuweilnau widmen. In einem ummauerten Wiesengelände vor dem Schloss soll ab Frühjahr der „Garten der Versuchung“ unter ihren Händen entstehen. Dieser soll wiederum ein weiterer Trittstein im „Pfad der Sinne“ werden. ….


Foto: Während Gärtner und Pomologe Steffen Kahl zur Schippe griff, hielt Brigitta Kahl den „Siebenschläfer“ und Uwe Klint, Christa Gierth, Gisela Muncke sowie Uwe Fleck vom Autohaus Schäfer beobachteten die Pflanzaktion.

Mittwoch, 21. März 2012

Idee: Diskurs übers Landschaftsbild; Taunus Zeitung vom 20.03.2012


Idee: Diskurs übers Landschaftsbild

Der zum Teil massive Rückschnitt von Schwarz-Erlen und Weiden entlang der Weil und anderer Bachläufe bewegt die Gemüter in Weilrod. Jetzt hat sich auch ein Grundstückseigentümer zu Wort gemeldet.
Weilrod. "Radikaler Kahlschlag", meinen die einen. Als "notwendige Maßnahme im Rahmen der Landschaftspflege" bezeichnen die anderen den Rückschnitt des Baumbestandes im Weiltal (TZ berichtete).
Nun hat sich Grundstückseigentümer Hermann Türk zu Wort gemeldet, der seine Sicht der Dinge erläutert. "Richtig ist, dass ein wesentlicher Teil des sogenannten Kahlschlages – nämlich von der Brücke bis zu meiner Wiese – unsinnigerweise von Hessen-Forst angeordnet wurde, da hier keine landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtigt ist. Als ich eintraf, war auf jeden Fall dieser Bereich bereits total gerodet", sagte Türk.
Alle älteren Bürger, und vor allem die Landwirte, wüssten, dass der beanstandete Zustand am Ufer der Weil exakt dem früheren Zustand des Bachlaufes im Weiltal entspricht. Einen Wildwuchs der Bäume im Uferbereich der Weil habe es früher nicht gegeben, da die Landwirtschaft auf jeden Quadratmeter Grünland angewiesen war.
Die jüngste Fällaktion sei mit dem Ziel verfolgt worden, die heute übliche maschinelle Bewirtschaftung der Wiesen entlang der Weil auch im ufernahen Bereich sicherzustellen. "Im Bereich meiner Wiesen wurde das letzte Ziel nicht erreicht. Ich bin deshalb gezwungen, weitere Baumschnittmaßnahmen selbst vorzunehmen", sagte Türk.
Der Neuweilnauer wundert sich zudem über die Kritik des Forstamtes am Kahlschlag auch deshalb, "weil nach deren eigener Meinung die vielen Bäume entlang der Weil mit ein wesentlicher Grund für das alljährliche Trockenfallen unserer Weil sind". Grundsätzlich moniert Türk die seit 50 Jahren unterbliebene Pflege des Bachlaufes. "So werden wir den Tourismus in Weilrod nicht aktivieren können", lautet die Kritik des CDU-Gemeindevertreters Türk.
Wer nun den Kahlschlag an einigen Stellen der Weil zu verantworten hat, scheint strittig. Grundstückseigentümer Hermann Türk und das Forstamt Weilrod haben dabei unterschiedliche Sichtweisen. Auf Anfrage der TZ wollte sich das Forstamt nicht weiter dazu äußern, wer denn nun welchen Umfang der Rodungsaktion zu verantworten hat.

Positionen ausgetauscht

"Wir haben mit dem betroffenen Grundstückseigentümer gegensätzliche Positionen. Wir haben diese ausgetauscht und dann abgestimmt, wie wir künftig Maßnahmen der Landschaftspflege entlang der Weil umsetzen werden", teilte dazu Forstamts-Mitarbeiter Thomas Götz auf TZ-Anfrage mit.
Bedeutsamer erscheint ihm ein öffentlicher Diskurs über das Thema, weshalb er Antworten auf die Frage, wie sich die das Landschaftsbild im Weiltal künftig entwickeln soll, gerne auf eine breitere Basis gestellt haben möchte. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Agenda-Gruppe das Thema "Landschaftspflege" aufgreifen kann. Dazu könnte man Mitarbeiter der Naturschutz- und Wasserbehörden und interessierte Bürger einladen", schlägt Götz vor. (map)


Sonntag, 18. März 2012

Pflegeeinsatz Riedelbacher Heide am 17.03.2012



Gehölze wie Birken, Eichen und Buchen nehmen dem Wacholder das Licht. Aus diesem Grund organisiert die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 meist zweimal im Jahr Pflegeeinsätze im Naturschutzgebiet Riedelbacher Heide. Während die Flächen seitens des Forstamts Weilrod gemulcht werden, ist in den Wacholdergruppen Handarbeit nötig.
RIEDELBACH (sn).  
ebenfalls ein "Aktiver"
Im Gebiet rund um die Riedelbacher Heide tummelten sich am Samstagvormittag zahlreiche Aktive. Der Sportfliegerclub Riedelbach nutzte das schöne Wetter, um in die Luft zugehen. Die vier- und zweibeinigen Schüler der Hundeschule Monika Groß lernten ein paar neue Lektionen. Der Motorsportclub Riedelbach baute an den Sektionen für den Fahrradtrial-Parcours, die beim Hessen-Cup und der Europameisterschaft zum Einsatz kommen werden. Die "Heidebube“ füllten mit Erde und Grassamen die Fahrspuren in ihrem Sportplatz.

Und auch im Naturschutzgebiet (NSG) Riedelbacher Heide brummte es. Neun Heidegärtner, darunter drei „Ersthelfer“, waren hier mit Freischneider, Motorsäge, Traktor und Astschere im Einsatz. Um den Wacholderbüschen zu Licht und Luft zu verhelfen, schnitten sie die unerwünschten jungen Birken, Eichen, Buchen und den Ginster ab. 

Auch dem Ginster rückte die Arbeitgruppe mit Astscheren und einem Freischneider zu Leibe, da er sich stark versamt und so das Heidekraut sowie den Borstgrasrasen unterdrückt. 
Und zur Halbzeit hupte der Vorsitzende der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod, Albrecht Cromm, und rief zum gemeinsamen Frühstück. Denn auch eine gute Stärkung gehört bei den Arbeitseinsätzen dazu. 
Auch das gehört zum Arbeitseinsatz dazu: In gemütlicher Runde stärken sich die freiwilligen Helfer aus den Reihen der Riedelbacher Bürger. 
Regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr ruft die Umweltgruppe zu Pflegeeinsätzen in dem Naturschutzgebiet auf, denn nur durch regelmäßiges Eingreifen kann dieses durch Übernutzung durch den Menschen entstandene Kulturbiotop in seinem Zustand erhalten werden. Und die „Stammmannschaft“ aus den Reihen der Riedelbacher Bürger folgte dem Aufruf und brachte noch ein paar neue Gesichter mit. 

Das Schnittgut luden die Helfer auf den Traktorhänger, um es außerhalb des NSG nach Angaben des Forstamtes abzuladen. Denn dem Forstamt Weilrod obliegt die Pflege der Heide. Seitens des Forstamtes wird die Fläche auch gemulcht, so dass nur in Randbereichen und in den Wacholdergruppen Handarbeit nötig ist. Ein bis zweimal im Jahr helfen auch die Schafe der Schäferei Berbalk aus Wüstems mit, den Aufwuchs klein zu halten. Und so konnten in den vergangenen Jahren Spaziergänger im August wieder vermehrt das Heidekraut blühen sehen. 

Eine Waldeidechse nutzt die Märzsonnestrahlen in der Riedelbacher Heide, um sich zu wärmen.

Samstag, 10. März 2012

Mit 650 Pferdestärken Kleinholz gemacht; von Usinger Anzeiger

Reiner Staubach verwandelt mit seiner 32 Tonnen schweren Maschine Baumstämme in Hackschnitzel

WEILROD (sn). 

Mit seinen 650 PS ist der Silvator 2000 stark genug, Baumstämme bis zu einem Meter Durchmesser in Hackschnitzel zu verwandeln. 12 rotierende Messer zerhacken das Material mit einer Geschwindigkeit von 580 Umdrehungen pro Minute in das begehrte Brennmaterial. Bis zu 900 Schüttraummeter Hackschnitzel pro Tag stellt Reiner Staubach mit seiner beeindruckenden, 32 Tonnen schweren Maschine so her.
Gleichzeitig wird der Rohstoff auf LKWs geblasen und „just in time“ zum Heizkraftwerk in Steinau an der Straße geschafft. In dieser Woche verarbeitete Staubach mit seinem mobilen Hacker einige auf Halde liegende Holzstapel im Gebiet des Forstamtes Weilrod, zuerst in Langgöns, dann an der Erdfunkstelle und jetzt in Weilrod bei Neuweilnau. Fünf LKWs mit Anhängern waren im Einsatz und brachten jeweils eine Ladung von 70 bis 76 Schüttraummetern Holzschnitzeln, die maximal bis zu 40 Tonnen wiegen durften, nach Steinau. 
Hier in Weilrod wurde vorrangig das Schnittgut von der landschaftspflegerischen Maßnahme entlang der Weil zwischen der „Ziegelhütte“ und der „Erbismühle“ verarbeitet, wie Thomas Götz vom Forstamt Weilrod mitteilte. Denn die Stämme und Äste der Weiden und Erlen entlang des Baches lagern auf privaten Grundstücken und müssen entsprechend schnell von dort entfernt werden. Die Schnittmaßnahmen entlang der Weil waren nötig geworden, da die landwirtschaftlichen Flächen durch die überhängenden Äste beeinträchtigt wurden. So hatte die Gemeinde Weilrod, in deren Eigentum die Bachparzelle ist, das Forstamt um Hilfe gebeten, das ja über die entsprechenden Geräte verfügt. Etwa 10 000 Euro hat der Einsatz gekostet. Hinzu kommt noch der Einsatz der Bauhofmitarbeiter, die die „Feinarbeiten“ erledigten, die Wiesen wieder in einen nutzbaren Zustand brachten und auch die Holzlagerplätze nach dem Einsatz des Hackers aufräumten. Allerdings wird die Pflegemaßnahme nur zum Teil durch die Einnahmen aus den Hackschnitzeln gegenfinanziert. Ein Schüttraummeter wird vom Heizkraftwerk mit 5 Euro bezahlt. Und Götz schätzte die Menge aus allein dieser Maßnahme auf maximal 500 Schüttraummeter Hackschnitzel. „Früher wurde das Schnittgut vor Ort verbrannt oder man ließ es verrotten“, erläuterte der Forstmann. Durch die verstärkte Nutzung an regenerativen Energien lasse sich so auch dieses früher nicht verwertbare Holz jetzt -zwar nicht kostendeckend- vermarkten. Allerdings hat sich die Gemeinde Weilrod die besten Stämme für ihre eigene Hackschnitzelanlage, die das Rathaus und die Grundschule in Rod an der Weil mit Wärme versorgt reserviert. Denn diese Anlage ist auf Hackschnitzel besserer Qualität mit geringem Rindenanteil angewiesen, während die Großanlagen wie in Steinau an der Straße auch mindere Qualität verfeuern können. Vor gut einem Jahr ging das Holzheizkraftwerk mit Kraftwärmekopplung ans Netz. Hier kann bis fast 5 Megawatt Strom sowie 10 Megawatt an thermischer Energie produziert werden, die von nahe gelegenen Industriebetrieben genutzt wird. Insgesamt warten noch etwa 2000 Festmeter Holz im Bereich des Forstamtes Weilrod darauf „unters Messer zu kommen“. Bereits 3000 Festmeter seien verarbeitet worden berichtete Götz. Doch jetzt stehe die Brutzeit bevor und die Holzhaufen seien für manche Vogelarten ein idealer Brutplatz. So wird jetzt erst einmal Pause sein. Im Sommer, nach Beendigung der Brutzeit kommt der Silvator dann wieder.

Usinger Anzeiger, 9. März 2012

Freitag, 10. Februar 2012

Reise in das Reich der Wildkatze; von fnp.de

Wer eine Wildkatze zu Gesicht bekommt, kann sich glücklich schätzen, denn die Tiere sind sehr scheu und leben verborgen im Wald. Für alle, die mehr über sie erfahren möchten, bietet das Forstamt Weilrod jetzt eine Entdeckungstour in ihr Reich an.

Hochtaunus. Ist sie nicht süß? Diese Katze, die der Hauskatze sehr ähnlich sieht, ist eine Wildkatze – das ist eine eigenständige Art. Sie lebt auch in den Wäldern des Taunus. Foto: Thomas StephanIst sie nicht süß? Diese Katze, die der Hauskatze sehr ähnlich sieht, ist eine Wildkatze – das ist eine eigenständige Art. Sie lebt auch in den Wäldern des Taunus. Foto: Thomas Stephan"Ist die Wildkatze ein weggelaufener Stubentiger? Was sind Lockstöcke? Und was haben Wildkatzen und Frösche gemeinsam?" Diesen und anderen Fragen können Kinder und Jugendliche jetzt im Taunus nachgehen.
Möglich machen die Entdeckungstour ins Reich der Wildkatze das Forstamt Weilrod und der BUND. Der Naturschutzbund hat eine Biodiversitätskiste entwickelt. Sie ist Teil eines Bildungspakets zur Wildkatze. Darin sind ein Wildkatzenschädel, Bestimmungsbücher, Plüschtiere, ein Trittsiegel-Stempel und vieles mehr enthalten. Eine solche Kiste steht nun im Forstamt Weilrod zur Verfügung.
"Obwohl die Wildkatze bei uns im Taunus lebt, bekommt der Besucher sie kaum zu Gesicht. Mit den Aktionen der neuen Kiste wie Gipsspur-Gießen, Trittsteinspiel und Waldanalyse möchten wir die scheue Art erlebbar machen", erklärt Bhavana Kaiser, Waldpädagogin vom Forstamt Weilrod.
Das Forstamt Weilrod bietet in Zukunft eigene Erlebnis-Aktionen zur Wildkatze mit der Kiste an. Interessierte Lehrer und Erzieher können aber auch kostenlos einen Materialrucksack ausleihen und selbst mit einer Gruppe auf Streifzug durch den Wildkatzenlebensraum gehen. Ausführliche Anleitungen und Hintergrundinformationen helfen beim unkomplizierten und flexiblen Einsatz des Kistenmaterials für verschiedene Altersstufen. Ansprechpartner im Forstamt Weilrod ist Bhavana Kaiser, Telefon (0 60 83) 91 32 37. "Den ersten Großeinsatz wird die Kiste zur Eröffnung eines Wildkatzenerlebnispfads am Winterstein im April haben", berichtet sie.

Lebensgebiete vernetzen

Während die Wildkatze noch vor wenigen Jahrhunderten durch fast ganz Deutschland streifte, ist sie jetzt in den meisten Gebieten ausgestorben. Straßen, Siedlungen und strukturarme Ackerlandschaften trennen die letzten, verstreuten Vorkommen voneinander. Viele Katzen werden auf ihren Wanderungen von Autos überfahren. "Nur wenn wir die Wälder langfristig wieder miteinander verbinden, hat die Wildkatze noch eine Chance zu überleben", sagt die BUND-Wildkatzenexpertin Sarah Friedrichsdorf. Und ihnen folgten dann auch andere Arten. Der BUND-Wildkatzenwegeplan zeige, wie durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen diese Biotopvernetzung realisiert werden könne.
Die Vernetzung der Wälder zum Schutz der Artenvielfalt bezeichnet Sarah Friedrichsdorf als eine Generationenaufgabe. Warum dies so wichtig ist und welche Bedeutung die Artenvielfalt auch für uns Menschen hat, soll vor allem Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. Um sie anschaulich und begreifbar an die komplexen Themen heranzuführen, hat der BUND ein umfassendes Bildungspaket entwickelt. Neben der Biodiversitätskiste enthält es eine Bildungsmappe für den Schulunterricht, eine Mitmachaktion sowie eine Computer-Simulation. Nähere Informationen sowie Material-Downloads finden sich im Internet auf der Seite des BUND unter http://www.bund-hessen.de/wildkatze. rie


Artikel vom 09. Februar 2012, 19.12 Uhr (letzte Änderung 10. Februar 2012, 04.28 Uhr)