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Montag, 8. Juni 2026

Exkursion zu den "Unkotopen"

Wehrheim/Obermörlen. Schon zu Zeiten des Dritten Reiches gab es hier unweit vom Führerhauptquartier bei Obermörlen militärische Anlagen. Nach dem 2. Weltkrieg in den 1950er Jahren dann okkupierten die amerikanischen Streitkräfte das Gelände am Eichkopf zwischen Pfaffenwiesbach, Obermörlen und Bad Nauheim und richteten dort einen Truppenübungsplatz und weitere militärische Anlagen ein. 2006/2007 fand die Rückabwicklung statt. So beschrieb Thomas Götz von Hessen Forst am Sonntag, 7. Juni, den 13 Interessierten aus den Reihen der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod kurz die Geschichte des etwa 3500 Hektar umfassenden Geländes nördlich des Wintersteinturms. Und davon sind jetzt dank der außergewöhnlichen Nutzung jetzt 60 Hektar FFH-Gebiet. Es haben sich hier nämlich diverse Tümpel und Kleinteiche gebildet, die eine reiche Amphibienfauna beherbergen: Geburtshelferkröte (fraglich), Gelbbauchunke, Erdkröte, Kreuzkröte, Laubfrosch, Teichfrosch, Grasfrosch, Kamm-, Faden-, Teich- und Bergmolch. Im Florenbereich konnten noch keine relevanten Arten festgestellt werden. Jedoch hat hier schon die Heidelerche gebrütet, die jetzt dank vieler Kalamitätsflächen eine größeren geeigneten Lebensraum im Taunus vorfindet. Auch die Turteltaube wurde schon gesehen. Die Insektenfauna ist durch eine reiche Blütenzahl vielseitig, unter anderem mit vielen Schmetterlingen und Nachtfaltern. Da das Gebiet unter FFH-Schutz steht, gelte hier ein Verschlechterungsverbot, erläuterte Götz. Das bedeutet, dass die Fläche offengehalten werden muss. Dazu werde der aufkommende Gehölzbestand wechselweise auf den Stock gesetzt. Einzelbäume wie die alten Eichen oder Wildkirschbäume bleiben erhalten. Die Wiesenflächen werden gemäht und im Spätsommer/Herbst nachbeweidet. Stellenweise wurden vegetationsfreie Flächen für die Heidelerche geschaffen. Und die Mulden mit den Kleinbiotopen müssen erhalten bleiben. Um den Gelbbauchunken sichere Laichbiotope zu schaffen, hat Hessenforst hier jetzt mehrere „Unkotope“ eingerichtet. Das sind Wannen aus Kunststoff oder Edelstahl, die mit Wasser gefüllt werden. Durch Steine und Rohrmatten besteht die Möglichkeit für die Unken die Wannen zu verlassen. Mit Bewehrungsmatten, Hasendraht oder auch Zaunabdeckung wurde ein Waschbärschutz geschaffen. Die Wannen werden im Herbst entleert, damit sich keine anderen Amphibien hier ansiedeln. Erst im Frühjahr werden sie wieder gefüllt. Denn die Gelbbauchunken sind eigentlich eine Auenart, die in erst frisch entstandenen Pfützen und flachen, warmen, sonnigen, gerne schlammigen Tümpeln ablaichen, in denen es keine Fische oder andere Amphibien gibt. sn

Klaus am "Edel-Unkotop"

Gelbbauchunke

Unkenlaich

Teichfroschtümpel

Unken-Logo

Artikel aus dem Usinger Anzeiger vom September 2008: 

WEHRHEIM (sn). Tiefe Fahrspuren durchziehen das Gelände. Der Pflanzenwuchs ist noch dürftig, der Fachmann spricht von Pioniervegetation. Manche der einzelnen Eichen sehen aus wie von Caspar David Friedrich gemalt: abgestorbene Stämme ragen in den Himmel, unten von kräftig grünen Ästen umrahmt. Und überall sind kleine Tümpel, in denen sich der Rohrkolben ausbreitet.

Auf dem Truppenübungsplatz Winterstein nordöstlich von Wehrheim-Pfaffenwiesbach herrscht seit drei Jahren kein Übungsbetrieb mehr. Jetzt will die Bundesrepublik Deutschland, die den Amerikanischen Streitkräften das Gelände in den 1950er Jahren überlassen hatte, die Flächen wieder den Kommunen zurückgeben. Doch Ober-Mörlen, Friedberg, Bad Nauheim, Rosbach und Wehrheim bestehen darauf, dass die Bundesrepublik Deutschland das Gelände zunächst auf Altlasten hin untersucht und diese gegebenenfalls beseitigt. Außerdem gibt es hier noch immer Stacheldraht, Gruben, Schützengräben und Gebäude, in denen der Häuserkampf geübt wurde. Diese sollen auch erst noch entfernt, zugeschüttet und abgerissen werden, bevor die Kommunen bereit sind, die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen. Aus diesem Grund ist aus der geplanten Übergabe zum 30. September noch nichts geworden. Aber in Jahresfrist soll alles erledigt sein. Etwa 3200 Hektar umfasst das gesamte Gelände, wovon aber nur etwa 70 Hektar als Kernbereich intensiv durch Übungstätigkeiten genutzt wurden. Und davon wurden jetzt 59 Hektar um den Eichkopf bei Ober-Mörlen als Gebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinie der Europäischen Union unter Schutz gestellt, denn hier hat sich die Gelbbauchunke (Bombina variegata) angesiedelt. Sie liebt die kleinen Tümpel, die noch schlammig sind und noch nicht zuviel Pflanzenwuchs aufweisen. Entstanden seien die die kleinen, mal mehr, mal weniger tiefen Wasserlöcher durch den Einsatz der Panzer, erklärte Thomas Götz, Sachbereichsleiter forstliche Dienstleistungen und Hoheit des Forstamtes Weilrod, in dessen Bereich der ehemalige Truppenübungsplatz liegt. Die Panzerketten hätten den Taunusschiefer zermahlen, so dass die nunmehr tonige Masse die Tümpel abdichtet. Und da das Gebiet nach der FFH-Richtlinie geschützt sei, gelte ein Verschlechterungsverbot. Das bedeutet, dass die Fläche in dem derzeitigen Zustand zu erhalten ist. „Das ist jetzt die Kunst“, äußerte Götz, denn die Sukzession, der Vorgang der Entwicklung der Pflanzengesellschaften, der in Mitteleuropa fast immer zu Wald führt, habe bereits begonnen. Nur durch spezielle Pflege sei der Status quo zu erhalten. Aufbauend auf einer Grunddatenerfassung durch das Büro Bioplan, Ober-Ramstadt, will jetzt das Land Hessen einen Maßnahmenplan entwickeln. Der Schwerpunkt liege dabei auf der „Bewirtschaftung“ der Gelbbauchunke, erläuterte Götz. Denn hessenweit sei diese Fläche mit Dutzenden von Exemplaren eine der wertvollsten Standorte in Hessen. Weitgehend einig seien sich auch alle betroffenen Kommunen, die Fläche in Richtung der stillen Erholung zu entwickeln. Zusammen mit dem Naturpark Hochtaunus werde ein Konzept entwickelt, das Gebiet für Wanderer und „normale“ Radfahrer zu öffnen. „Die Wildkatze ist hier Stammgast“, ist sich Götz sicher. Und er hofft, dass auch der Luchs komme. „Das ist eine Riesenchance“, denn dies sei zurzeit das größte Gebiet in Hessen, das von einer militärischen in eine zivile Nutzung übergehe.

 

Mittwoch, 11. März 2026

Kinder helfen Kröten

Nach einer regnerischen Nacht warteten schon 31 Kröten und ein Molch in den Eimern an der Ziegelhütte aufs „Taxi“. Am Mittwochmorgen hatte die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod die 20 Vorschulkinder aus der Kindertagesstätte „Eigensinn“ in Rod an der Weil eingeladen, bei der Amphibienrettung zu helfen. Pünktlich kamen die Kinder mit ihren Erzieherinnen um Kindergartenleiterin Claudia Schwirkosch an der Weilbrücke an. Sabine Neugebauer und Jürgen Böhmer von der Umweltgruppe begrüßten die Kinder in einem großen Kreis und erklärten kurz, warum die Kröten, Frösche und Molche über die Straße getragen werden. Nämlich damit sie auf der Wanderung zum Teich, wo sie ihre Eier, den Laich, absetzen wollen, nicht überfahren werden. Ausgerüstet mit ihren Spieleimern und Handschuhen durften die Kinder dann in die im Boden eingesenkten Fangeimer hineinschauen. Und entdeckten dort, etwas versteckt unter Moos oder Blättern, die gut getarnten Tiere. Manche der Steppkes waren „mutig“ und trauten sich, die Kröten vorsichtig aus dem Eimer zu holen, andere waren etwas zögerlich. Aber schließlich hatte jedes Kind mindestens eine Kröte in seinem Eimer. Ordentlich in einer Zweireihe überquerte die Gruppe mit den Kröten sicher in den Eimern die Weilstraße. Dann stapften sie hoch zu dem Teich an der Ziegelhütte. Dort entließen sie die Kröten vorsichtig am Ufer. Manche sprangen gleich ins Wasser, andere nahmen sich etwas Zeit. Zum Dank brachten die Kinder den beiden Mitgliedern der Umweltgruppe ein Ständchen, nämlich das Lied von den „Fröschelein“.

Sabine N. 

 






 

Ergänzung der Amphibienzäune Ziegelhütte und Gemünden

Eine Woche später, am 7. März, fanden sich wieder einige Helfer, um den restlichen Zaun an der Ziegelhüte aufzubauen. Das Weilwasser war zurückgegangen, nachdem die Gemeinde den "Damm" aus Treibgut entfernt hatte. Glücklicherweise hatte die Weil viel Sand zurückgelassen. Den konnten wir zum Befestigen des Zaunes am Untergrund gut gebrauchen, denn die Häringe gingen zur Neige. Und es war höchste Zeit den Zaun aufzubauen, denn einige Kröten waren schon unterwegs.  

Anschließend fuhren wir noch nach Gemünden, um dort den Zaun zu verlängern, nachdem dort im vergangenen Jahr Richtung Niederlauken viele tote Kröten und Molche auf der Straße lagen.  

Sabine N.  

Schließen des Zauns an der Emmershäuser Hütte

 Bei unserer Ankunft hatten die Pfadfinder schon ein großes Stück der Arbeit geschafft.

Was für ein Glück, denn für das letzte Feintuning im schwierigen Gelände waren von erfahrenen Amphibienhasen zeitintensive Bergbau- und auch Bergsteigerfähigkeiten am Straßenrand verlangt.

Hessen Mobil hatte im Rahmen der Straßensanierung zwar 3 Tunnel eingebaut, aber nicht berücksichtigt, dass im an manchen Stellen fast senkrechtem Gelände auch die Zaunplanen amphibiendurchschlupfsicher angeschlossen werden müssen.

Letztlich haben wir das alles hingekriegt, hoffen aber sehr, dass es hier in absehbarer Zeit noch zu einer Nachbesserung durch Hessen Mobil kommen wird und die Weilroder Amphibien eine Leiteinrichtung bekommen, wie in anderen Gemeinden auch.

Sabine S. 







 

Amphibienzaunaufbau am 28.02.26 an der Ziegelhütte

 Noch vor einigen Tagen vereinigten sich Weil und Cratzenbach an der Ziegelhütte zu einem lauten und reißenden Gewässer. Eine sehr gute Sache für die Natur, aber den Mitgliedern der Umweltgruppe stellte sich die letzte Woche über die Frage, wie es mit dem aufgrund der Witterung eilbedürftigen Aufbau des Amphibienzauns für unsere Kröten, Fröschen, Molche und Salamander unter diesen Umständen klappen sollte.

Am Samstag war das fließende Wasser zwar deutlich zurückgegangen, die Wiese Richtung Waldeck stand jedoch bis zum Hang unter Wasser. Zaunhaltestangen und Auffangeimer zu installieren ging unter diesen Umständen nicht.

Nach kurzer Beratung wurde entschieden: Bis auf weiteres wird der Amphibienzaun nur in Richtung Rod aufgestellt plus einem kleinen Stück vom Fahrweg bis Cratzenbach. So wurde der Zaun ausgerollt, Halter in die (steinige) Erde geklopft, Befestigungen angebracht und Löcher für die Eimer in den (steinigen) Boden gegraben.

 Nebenbei wurde am Weilufer Müll gesammelt: Zum Vorschein kamen unter anderem ein neuwertiger Kinder – Gummistiefel in Pink und ein violetter Sportwagen, leider ohne TÜV.

 Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, wir fuhren weiter nach Emmershausen, um die Pfadfinder zu unterstützen, die dort bereits seit Stunden mit dem Zaunaufbau zugange waren.


(Sabine S.)








 

Samstag, 21. Februar 2026

Amphibienzaunaufbau

 Liebe Amphibienfreunde,

am kommenden Samstag, 28. Februar, wollen wir den Amphibienazun an der Ziegelhütte aufbauen und den an der Emmershäuser Hütte in Zusammenarbeit mit den Pfadfindern "scharf" machen. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Ziegelhütte. Bitte Werkzeug wie Spaten, Schaufel, Hammer mitbringen und natürlich Gummistiefel und Handschuhe. Die Pächter der Wiesen an der Ziegelhütte wissen Bescheid und haben die Erlaubnis erteilt.

Eine kurze Rückmeldung zur Teilnahme wäre schön. Wenn wir genügend Personen sind, können vielleicht auch noch welche in Gemünden mithelfen.  Dort soll der Zaun verlängert werden und muss scharf gemacht gwerden.

Viele Grüße

Sabine Neugebauer


Donnerstag, 5. Februar 2026

Nistkästen Riedelbacher Heide

 Derzeit hängen in der Riedelbacher Heide insgesamt 43 Nisthilfen für Vögel (38 alte Kästen sowie fünf vom RV Anspach finanzierte neue Schweglerkästen aus Holzbeton).Die meisten Kästen sind aus Holz und für Baumläufer konstruiert. Das Holz hat im Laufe der Jahre stark gelitten, drei dieser Kästen waren nicht mehr zu retten. Etliche der nun reparierten Kästen, die aktuell erst einmal weiter verwendet werden, sind in einem schlechten Zustand und sollten ab 2027 Zug um Zug ausgetauscht werden.

Mehr als 43 Kästen werden aus unserer Sicht nicht benötigt, beim Austausch sollte jedoch ein Großteil der Baumläuferkästen durch auch für andere Arten besser geeignete Modelle ersetzt werden.

Jeder Nistkasten wurde angeschaut und gereinigt.Bei nahezu allen alten Kästen wurden Reparaturen/Ergänzungen vorgenommen, z. B. Anbringung von neuen Dächern, Verschlusshaken, neuen Drahtbügeln zur Aufhängung. Bei ungünstig hängenden Kästen wurden Sicherungen aus Draht installiert, aus der Form gegangene Wände wurden angenagelt.

Einige Kästen mussten umgehängt werden, da sie falsch hingen (Sonne, Höhe) oder absturzgefährdet waren.

 An jeden Kasten wurde eine runde schwarze Plakette mit weißer Ziffer angebracht. Für künftige Übersichtspläne bzw. die Verortung gelten nur noch diese Nummern. Kästen mit der Bezeichnung XX etc. gibt es nun nicht mehr.

Wegen der Schädlichkeit von Sonnenlicht wurden die Plaketten auf der jeweils lichtabgewandten Seite angebracht, also nicht alle an der gleichen Stelle.

Solange wir noch können, werden Hartmut und ich künftig nach jeder Nistkastenreinigungsaktion eine Begehung im o. g. Sinn vornehmen sowie auch bei Auffälligkeiten im Jahresverlauf versuchen, Abhilfe zu schaffen.

In meiner Cloud habe ich zur Veranschaulichung des oben geschilderten eine fotografische Dokumentation der Arbeiten gespeichert.

Alles kann unter diesem Link

 https://c.1und1.de/@1518580321694515573/kyHCoMGBIFezd93UWnh4cw

 angesehen und/oder heruntergeladen werden.

 Was HR in nächster Zeit noch tun wird:

 ·        Eine schriftliche Arbeitsanweisung für künftige Nistkastenreinigungen erstellen (und beim nächsten Mal für Erklärungen etc. dabei sein)

·        Einen Lageplan mit allen Kästen erstellen

·        Mit Marlis bezüglich der Fortschreibung der bisher verwendeten NABU – Datenbank kommunizieren

 Nach der Rückkehr von Martin Brück wird ein Treffen zwischen uns, der LAW und dem RV Anspach stattfinden.

Wir können uns dann persönlich kennenlernen und absprechen, wie künftig am besten verfahren werden soll.

 Viele Grüße

 Hartmut und Sabine

 

Montag, 24. November 2025

Besuch des Wasserkraftwerks Lollar

 

Ronald Steinhoff (rechts) erläutert den Mitgliedern der Umweltgruppe Wissenswertes rund um das Wasserkraftwerk Lollar  
 

Rod an der Weil/Lollar. Im Lauf der vergangenen Jahrhunderte wurden die Fluss- und Bachauen in Mitteleuropa stark verändert. Landwirtschaft und Siedlungen rückten an die Gewässer heran, diese wurden begradigt, zur Wasserkraftgewinnung durch Mühlen wurden sie angestaut, Mühlgräben und Wehre gebaut. Wo es geht, werden heute solche Eingriffe rückgängig gemacht. Doch das geht eben nicht überall. An der Lahn beispielsweise sind die meisten Wehre unverzichtbar, denn der Lauf der Lahn wurde durch die Begradigung verkürzt, das Gefälle und damit die Erosionskraft erhöht. Hier dienen die Wehre weiterhin dem Hochwasser- und Erosionsschutz. Auch der Grundwasserspiegel würde bei Rückbau der Wehre absinken. Warum also nicht diese Standorte wie früher zur Gewinnung der Wasserkraft nutzen? Dies dachten sich auch vor rund 18 Jahren Maren und Ronald Steinhoff aus Rod an der Weil und sie beschlossen ihre bisherigen Arbeitsstellen an den Nagel zu hängen und sich mit Wasserkraft zu beschäftigen. Am Samstag besuchten Mitglieder der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod, die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Weilrod, Viola Sode, und interessierte Gäste das Wasserkraftwerk in Lollar an der Lahn. „Sie sind die erste Gruppe aus Weilrod, die das Wasserkraftwerk besichtigt“, freute sich Ronald Steinhoff. Er begrüßte die Gäste mit einem kurzen historischen Rückblick auf den Wasserkraftstandort. Die Nutzung der Wasserkraft gehe auch in Lollar bis in das Mittelalter zurück. Damals sei mit Mühlrädern eine Vielzahl von schweren mechanischen Arbeiten verrichtet worden, erläuterte Steinhoff. Das Buderus-Wehr sei in seiner jetzigen Form im Zusammenhang mit der Erzvorbereitung und Erzverarbeitung 1854 errichtet und die Wasserkraft linksseitig auf dem jetzigen Gelände der Bosch-Thermotechnik GmbH genutzt worden. 2017 baute hier Steinhoff Energieanlagen ein neues Wasserkraftwerk mit zwei Turbinen von 160 und 90 KW Leistung. „Die Turbinen sind über 100 Jahre alt“, berichtete Steinhoff. Er habe diese robusten Maschinen saniert und hier wieder eingebaut. „Die halten noch einmal 100 Jahre“, ist er überzeugt. Rund 350 Haushalte werden mit dem hier erzeugten Strom versorgt. Beim Bau hat Steinhoff Auf- und Abstiegshilfen für Fische mit eingebaut. Ein schräg zur Fließrichtung angeordneter Horizontalrechen mit 12 Millimeter Stabweite leitet die Fische zum Bremswehr, wo immer ein optimale Strömungsgeschwindigkeit für den Abstieg der Fische eingestellt wird. Aufsteigen können die Fische über einen Borstenfischpass, der auch für Kanuten zum Treideln ihrer Kanus genutzt werden kann. Das sechste Wasserkraftwerk, das er mit seiner Firma betreibt, sei derzeit im Bau, erklärte Steinhoff.. „Da wird ein Planfeststellungsverfahren wie bei einem Atomkraftwerk gefordert“, bedauerte er. So habe die Genehmigungszeit dreieinhalb Jahre betragen, die Bauzeit sei mit fünf Monaten veranschlagt. Dabei spare allein das Wasserkraftwerk Lollar -neben vielen anderen Vorteilen- 645 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein. Künftig wolle er auch Aquathermie an seinen Anlagen nutzen. „Es fließt hier jede Menge Energie vorbei“, so Steinhoff. Und die Gewässer seien durch Einleitungen und den Klimawandel ohnehin zu warm. Weitere Informationen: https://www.steinhoff-energie.de   (Sabine N.)

 

Ronald Steinhoff

Der Horizotalrechen (links) wird regelmäßig mit einem Rechenreinger von Unrat befreit. 

Sonntag, 9. November 2025

Vortrag zu E-Mobiität

Björn Ohl
 

Gemünden. Die Waagschale mit den Argumenten senkte sich deutlich zugunsten der E-Mobilität. Am Mittwochabend stellte Björn Ohl aus Schmitten im Dorfgemeinschaftshaus Alte Schule in Gemünden auf Einladung der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod die unterschiedlichen Antriebsarten für PKW gegenüber. In einer gut recherchierten Präsentation ging er zunächst auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland ein, die seit 1990 bereits um 50 Prozent abgenommen haben. Was insbesondere auf die deutlich gestiegene Erzeugung von erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. Im Verkehrssektor allerdings seien die Emissionen relativ konstant geblieben, so dass der prozentuale Anteil gestiegen sei. „Im Verkehrssektor wird das Klimaziel verfehlt“, betonte Ohl, der in der Automobilindustrie tätig ist und seit 2024 ehrenamtlicher Solarberater in Schmitten. Dabei seien die PKW die Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen mit etwa 60 Prozent, gefolgt vom Nutzfahrzeugebereich mit gut 37 Prozent. Bei den PKW stehen mittlerweile unterschiedliche Antriebsarten zur Verfügung, die Ohl kurz vorstellte und die Unterschiede erläuterte. Bei den Plug-in-Hybriden werde immer behauptet, dass sie das „Beste aus zwei Welten“ vereinigten. Aber Ohl ist der Ansicht, dass sie das Schlechteste aus zwei Welten verbinden. Doppelter Wartungsaufwand, Gewicht von zwei Antrieben, kein Warmfahren des Verbrennermotors im Bedarfsfall und nur eine geringe Ersparnis sprächen gegen Plug-In-Hybriden. Bei Wasserstoffantrieb sei es vor allem der schlechte Wirkungsgrad, der gegen diese Antriebsart spreche. Ähnlich liege der Fall bei E-Fuels, die zudem dann doch giftige Abgase ausstießen. Battery Electric Vehicle (BEV), also rein batterie-elektrische Fahrzeuge hätten die höchste Effizienz und die geringsten CO2-Emissionen. Dazu gebe es beim Verbrenner „extrem viele Komponenten, über 100 bewegliche Teile“, bei BEV jedoch nur unter zehn bewegliche Teile im Antrieb, er sei also verschleißärmer. So habe die Pannenstatistik bereits ergeben, dass E-Autos deutlich weniger oft liegen blieben als Verbrenner. Und auch der Mythos, dass E- Autor leicht zu brennen anfingen, sei durch Statistiken widerlegt. So gebe es in den USA 25 Fälle von brennenden E-Autos pro 100000 Fahrzeugen im Jahr, während es bei den Verbrennern 1530 seien. Das Vorurteil, dass das deutsche Stromnetz die etwa zu erwartenden 50 Millionen E-Autos nicht aushalte, konnte er auch entkräften. Denn diese Autos würden nur etwa ein Fünftel des deutschen Strombedarfs benötigen. Der eventuelle Nachteil der geringeren Reichweite sei nur bei Langstrecken relevant. Allerdings sei es unpraktisch, wenn man nicht zu Hause laden könne. Doch es gebe mittlerweile etwa 180000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland, die nur zu 20 Prozent ausgelastet seien. „Die Preisgestaltung ist Kraut und Rüben“, bemängelte Ohl die Intransparenz. Da müsse noch einiges reguliert werden. Für den Durchblick empfahl er die App „Chargeprice“. Und dass die Batterien schnell kaputt gingen, sei auch ein Vorurteil. Außerdem ließen sich die Batterien reparieren, recyceln oder als Stromspeicher in Großspeichern verwenden. Die etwa 15 Zuhörer zeigten sich überrascht von so manchen der genannten Sachverhalten.(Sabine N.)

Montag, 20. Oktober 2025

Nistkastenreinigungsaktion Riedelbacher Heide

Am zweiten Oktoberwochende trafen sich Mitglieder der Baptistischen Pfadfinder und der Lokalen Agenda Umwelt (LAW) Weilrod in bewährter Weise zur alljährlichen Nistkastenreinigung in der Riedelbacher Heide. Wegen weiterer Verpflichtungen musste der Termin diesmal unglücklicherweise in die Herbstferien gelegt werden. Die Folge waren weniger helfende Hände, was aber durch hurtiges Arbeiten der Anwesenden weitestgehend aufgefangen werden konnte.

Natürlich würden wir uns über viele Freiwillige und Neugierige im nächsten Jahr freuen ….

Wie immer hatte Marlis Teubert einen Übersichtsplan der Standorte sowie eine Liste zur Protokollierung jeder Nistkastenkontrolle seit 2020 angefertigt. Leider musste auch 2025 wieder mehr das Wort „leer“ als „Bruterfolg“ in die Liste eingetragen werden.

Auch haben einige der Kästen im Laufe vieler Jahre schwer unter Witterungseinflüssen gelitten (teure Nistkisten aus Holzbeton dagegen halten fast ewig), hingen nicht mehr so wie mal geplant oder waren gar heruntergefallen. Dazu kommt das Talent der Waschbären, nahezu jede ungeschützte Nisthilfe früher oder später auf zu bekommen.

Gegen all das kann man etwas tun – das kostet aber Geld und Zeit.

 Ein paar Nester haben wir dennoch gefunden, wahrscheinlich von Meisen, Kleiber und Trauerschnäpper. Vordringlich muss nun angegangenen werden, Kästen so umzuhängen, dass die Gefahr des Eintritts von Niederschlagswasser reduziert wird. Weiterhin müssen stellenweise die Nummerierungen mit Farbe erneuert, Reparaturen vorgenommen und Kästen ersetzt werden.

 Auf das Ende der Reinigungsaktion hatten sich alle wieder aus einem konkreten Grund gefreut: Zum Schluss wurde von Sonia Di Martino-Hafeneger die legendäre Pfadfinder – Kartoffel – Suppe verteilt. Diese hat köstlich geschmeckt und hätte zum Sattwerden eigentlich gereicht.

Als i – Tüpfelchen gab es dann aber noch selbst gebackenen Apfelkuchen von Sabine Neugebauer, einen mit Zimt und noch einen mit Rosinen.So gestärkt brauchte keiner mehr ein Mittagessen. Sabine S. 

 




Mila und Leah sind stolz auf das gefundene Nest.