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Freitag, 26. September 2025

Vortrag über Insekten

Die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod lädt für Mittwoch, 15. Oktober, 19 Uhr, zu einem spannenden Bildervortrag unter dem Titel „Mitbewohner in meinem Garten - von Insekten und anderem Getier“ in die Alte Schule, Gemünden, Laubacher Straße 8, ein. Der Vortragende, Harald Kalbhenn, bezeichnet sich bio-, zoo- und geologischer Laie mit viel Wissensdurst. Seit fünf Jahren fotografiert er Tiere in seinem Garten einer Doppelhaushälfte in Neu-Anspach. „Das Publikum nehme ich mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die faszinierende Insektenwelt meines Gartens, voller skurriler Formen, beeindruckender Verhaltensweisen, Vielfalt und Schönheit“, beschreibt er seinen Vortrag, „garniert mit interessanten persönlichen Erlebnissen von unglaublich bis dramatisch.“ Die Tiere werden nach Themen wie Lebensräume, Nahrung, Paarung, Fähigkeiten und Besonderheiten, Feinden, nach Funktionen wie Remineralisierer, Schädling oder Nützling dargestellt. Die Basis des Vortrags ist stets die Betrachtung der Insektenwelt als Teil des ökologischen Systems und die sich daraus ergebende Faszination aber auch Verantwortung. Der Vortrag ist kostenfrei, die Umweltgruppe stellt am Infotisch ihre Arbeit in den vergangenen 25 Jahren dar und freut sich über Spenden für ihre Projekte.

 


Mittwoch, 11. Juni 2025

Vortrag Fledermäuse

Martin Brück begrüßte die Zuhörer
 


Gemünden. Noch vor 200 Jahren wurden sie als Vögel eingestuft. Dabei haben sie Fell und bringen lebende Junge zur Welt: Fledermäuse. Am Mittwochabend nahm Diplom-Biologe Thomas Knepel im neuen Dorfzentrum Alte Schule in Gemünden rund 25 Zuhörer mit in die nächtliche Welt dieser Flattertiere. Eingeladen zu diesem Vortrag hatte die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod im Rahmen der Vortragsserie zu deren 25-jährigem Jubiläum. Fledermäuse gebe es fast unverändert seit rund 50 Millionen Jahren, erläuterte Knepel. In der Grube Messel seien als Belege hierfür entsprechende Fossilien gefunden worden. Von den weltweit rund 900 Arten seien 22 in Deutschland nachgewiesen, davon wiederum 12 bis13 Arten im Hochtaunuskreis. Kleiner und großer Abendsegler, braunes und graues Langohr, großes Mausohr, Bechsteinfledermaus, Zwergfledermaus und Wasserfledermaus, die Unterschiede zwischen den Arten kann nur der Fachmann erkennen. Denn meist sieht man in der Abenddämmerung nur einen Schatten vorbeiflattern. An der Jagdweise lassen sich allerdings Unterschiede erkennen. Manche Arten jagen über den Baumwipfeln, andere suchen Hecken im Flatterflug nach Insekten ab und weitere wiederum gehen sogar am Boden auf Jagd nach Käfern. Dabei haben manche Falter schon eine Strategie gegen Fledermausangriffe entwickelt. Sie nehmen die Ultraschallrufe der Fledermäuse wahr und lassen sich dann fallen. Außer der besonderen Fähigkeit der Echoortung besitzen die Fledermäuse auch die Möglichkeit ihre Körpertemperatur zu regulieren, um sie je nach Bedarf zu erhöhen oder abzusenken. Zur Ansicht ließ Knepel zwei konservierte Totfunde von einem Langohr und einer Zwergfledermaus herumgehen. Aber er hatte auch Fledermauskot mitgebracht, trockene, aus Insektenteilen bestehende Köttel, die leicht zerrieben werden können. Daran könne man den Unterschied zu Mäuseausscheidungen feststellen, so Knepel. So lasse sich feststellen, wer beispielsweise in einem Nistkasten wohne. Denn auch Fledermäuse nehmen Nistkästen als Sommerquartiere an. Aber es gibt auch spezielle Fledermauskästen aus denen der Kot einfach unten heraus fallen kann, so dass diese nicht gereinigt werden müssen. Gern nutzen Fledermäuse Ritzen, Spalten oder Höhlungen in Dachstühlen oder „übertagen“ hinter Wandverkleidungen. Als Winterquartiere werden gerne Stollen oder Keller von Ruinen genutzt, die möglichst feucht sein müssen. So zeigte Knepel rund um Altweilnau einen „Hotspot“ von Fledermauswinterquartieren auf einer Karte. Denn gerade hier gebe es einige alte Stollen. Als Bedrohung der Arten nannte der Diplom-Biologe die Zerstörung der Lebensräume wie Streuobstwiesen, aber auch die Vernichtung der Sommer- und Winterquartiere. „Fledermäuse sind harmlos“, betonte er. So sollten gerade die Unterkünfte an Gebäuden nicht verschlossen werden. Aber auch die Beunruhigung in den Winterquartieren sei eine Gefahr. Denn bei Beunruhigung wachten die Tiere auf. So setze er sich zusammen mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald dafür ein, dass die Stollen mit geeigneten Türen verschlossen werden, die einen Durchflug von Fledermäusen, aber am Boden auch einen Durchschlupf von Feuersalamandern erlauben. sn

 

Thomas Knepel



Thomas Knepel hatte einen Fledermauskästen, von Fledermäusen angenommene Vogelnistkästen und eine Baumhöhle mitgebracht.

Donnerstag, 20. Februar 2025

Vortrag Nisthilfen

Sebastian Budig zeigt einen Halbhöhlenkasten
Etwa 20 Zuhörer interessieren sich für Nisthilfen.



Riedelbach. Auf mehreren Tischen im Dorfgemeinschaftshaus von Riedelbach lagen am Mittwochabend die unterschiedlichsten Vogelnistkästen und andere Nisthilfen bereit. Sebastian Budig, Vorsitzender der Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach, informierte auf Einladung der Umweltgruppe der der Lokalen Agenda 21 Weilrod an diesem Abend darüber, wie verschiedenen Vogelarten mit diesen Angeboten geholfen werden kann. „Vögel sind ein Indikator dafür, wie intakt die Natur in einem Lebensraum ist“, so der ehemalige Lehrer. Mittlerweile sei fast die Hälfte der Vogelarten in Deutschland auf der gefährdeten Seite, 14 Vogelarten sei hier schon ganz verschwunden. Nistkästen seien dabei aber nur eine Hilfe für bestimmte Vogelarten, die eben in Höhlen brüteten. Es gebe aber noch viel mehr Vogelarten, die in Gebüschen, auf Bäumen oder auf dem Boden ihre Nester bauten. Nistkästen imitierten Baumhöhlen. In der Natur würden diese von Spechten hergestellt. „Die normalen Nistkästen werden von Blau- und Kohlmeise, Haus- und Feldsperling, Kleiber und Trauerfliegenschnäpper angenommen“, zählte Budig auf. Dabei werde durch die Größe des Einflugloches Einfluss auf die Vogelart genommen. Größere Nistkästen werden auch gerne von Staren angenommen. Aber auch Hornissen und Wespen besiedeln gerne solche Höhlen. „Die Wasseramsel ist ein Phänomen“, schwärmte Budig von dem kleinen braunen Vogel mit der weißen Brust, „sie ist wunderbar an ihren Lebensraum angepasst.“ Mit speziellen Nistkästen, die unter Brücken angebracht werden, kann ihr geholfen werden. Oft würden diese Kästen auch von Gebirgsstelzen genutzt. Bei den manchmal angebotenen kugeligen Nisthilfen für Zaunkönige habe der Vogelschützer noch nie beobachtet, dass diese von dem kleinen mausgrauen Vogel mit dem steil aufgerichteten Schwanz genutzt würden. Lieber baue dieser sich seine eigenen Nester aus Moos in dichtes Gestrüpp. Budigs Begeisterung für die Vogelwelt war ihm auch bei der Beschreibung des Gartenbaumläufers anzuhören. Dieser könne ja den Baumstamm, im Gegensatz zum Kleiber, nur kopfaufwärts hochlaufen. Dabei fliege er die Stämme immer am Stammfuß an, um sie dann spiralförmig von unten nach oben mit seinem Pinzettenschnabel nach Insekten abzusuchen. Garten- und Waldbaumläufer nisteten natürlicherweise in Spalten unter der Baumrinde. Um diese Vogelarten zu unterstützen wurden spezielle, keilförmige Nisthilfen entwickelt, die seitliche Einschlupflöcher besitzen. Auch den Mehlschwalben könne mit Kunstnestern geholfen werden, die unter dem Dachüberstand montiert werden, so Budig. Ein freier Anflug sei hierbei wichtig. Er plädierte dafür, solche Kunstnester in kleinen Gruppen aufzuhängen. Für große Kolonien an Mehlschwalben, sei das Nahrungsangebot selbst in Dörfern meist nicht mehr vielfältig genug. Schwieriger sei es, für die Rauchschwalbe als „Stallschwalbe“ neue Nistgelegenheiten anzubieten. Für den Mauersegler allerdings hatte Budig auch ein Nistkastenmodell parat. Und für den Steinkauz als Streuobstwiesenbewohner hatte er eine Niströhre mitgebracht. Kurz ging der Vogelfreund auch auf Sonderfälle wie Eisvogel und Wiedehopf ein. Die rund 20 Besucher der Veranstaltung lauschten Budigs Ausführungen, die mit manchen Anekdoten geschmückt waren über zwei Stunden. sn


Thomas Götz bedankt sich bei Sebastian Budig für seinen Vortrag

Nisthilfen können hier bezogen werden: 

Schwegler Vogel- und Naturschutzprodukte

 https://www.schweglershop.de/

Sebastian Budig erläutert die Form der Nisthilfe für Baumläufer

Hofgut Sassen:

https://lebensgemeinschaft.de/

 

 

Freitag, 1. November 2024

Informationsabend zum Landschaftspflegeverband Hochtaunus

Die Ursprünge des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Hochtaunus reichen zurück in die 1980er Jahre. In dieser Zeit gab es immer mehr Brachflächen. Und zu diesen reichten die Ansichten von dem positiven „Je wilder desto toller“ bis zum abschätzigen „Guck mal, wie das aussieht“. Diesen Rückblick in die Vergangenheit warf Dr. Dr. Dieter Selzer, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Hochtaunus am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus von Riedelbach. Auf Einladung der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod stellte er die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes vor. Um solche Flächen naturschutzfachlich gut zu pflegen, wurde in vielen Landkreisen in Deutschland jeweils ein „Verein zur Förderung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Natur und Landschaft“, wie es in den Statuten heißt, gegründet. Ohne eine neue große Verwaltungsstruktur zu gründen, sollten hierbei die Kommunen, die Landwirtschaft und die Naturschutzverbände zusammenarbeiten. 1994 erfolgte die Gründung des LPV Hochtaunus. Vorrangige Ziele seien die natur- und umweltverträgliche Bewirtschaftung der Kulturlandschaft sowie Pflege, Erhaltung und Schaffung von Rückzugsräumen und Vernetzungsflächen, betonte Selzer. Denn viele Arten, wie beispielsweise der Steinkauz, seien auf die extensiv genutzte Kulturlandschaft angewiesen. Diese kleine Eule jage nämlich oft zu Fuß, da seien hohe Altgrasbestände kontraproduktiv. Auch um Feldgehölze gebe es „Glaubenskriege“. Diese wie auch Hecken müssten regelmäßig gepflegt werden. Dabei sei ein abschnittsweises herunterschneiden bis auf Kniehöhe am sinnvollsten. Bei der Pflege der Kulturlandschaft sei es wichtig, die örtlichen Land- und Forstwirtschaftsbetriebe einzubinden. Die „Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe“ sei nämlich ebenso ein Baustein der LPVs. Nur so werde Akzeptanz bei Land- und Forstwirten sowie die Wertschöpfung in der Region erreicht. Zur Finanzierung von LPVs gebe es unterschiedliche Modelle, zum Teil seien sie Dienstleister für die Kommunen mit eigenen Stellen. Hier im Hochtaunuskreis gebe es für Kommunen, Naturschutzverbände, landwirtschaftliche Betriebe unterschiedlich hohe Mitgliedsbeiträge. Diese beschränkten finanziellen Mittel würden durch Mittel aus unterschiedlichen Fördertöpfen ergänzt, die für Naturschutzprojekte zur Verfügung stehen. Bei der Auswahl der Projekte sei für ihn die Nachhaltigkeit wichtig. Selzer stellte frühere Projekte kurz vor, bei denen dies nicht gegeben gewesen sei. Aber er gab auch Einblick in gelungene Projekte vor, wie die Pfeifengraswiesen bei Glashütten, die Renaturierung der Wehrheimer Teiche, Entbuschung einer Fläche bei Ober-/Niederreifenberg oder fachlicher Schnitt eines Streuobstbestandes bei Neuweilnau, der jetzt von der Weilroder Umweltgruppe weiter gepflegt wird. Erst 2023 wurde die Eschbacher Heide entbuscht, der humose Oberboden teilweise abgeplaggt. Der Erfolg habe sich schon dieses Jahr gezeigt, so Selzer, da die alten Heidepflanzen frisch ausgetrieben hätten und junge gekeimt seien. Ganz besonders stolz zeigte sich Selzer auf das Projekt „Feldflurarche Hochtaunus“. Durch teilweise Nutzungsänderung der landwirtschaftlichen Flächen in Richtung Nachempfindung der Dreifelderwirtschaft mit kleineren Parzellen sei es gelungen, den Feldhamster sowie das Rebhuhn im Hochtaunuskreis wieder anzusiedeln. sn


Zeitschiene der Vorbereitung für die Auswilderung von Feldhamstern



 

Sonntag, 6. Oktober 2024

Einladung zum Vortrag Landschaftspflegeverband am 30.10., 19 Uhr DGH Riedelbach

 

Die Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod lädt für Mittwoch, 30. Oktober, 19 Uhr, zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema Landschaftspflegeverband Hochtaunus ins Dorfgemeinschaftshaus Riedelbach ein. Mit diesem Vortrag startet die Umweltgruppe eine kleine Vortragsreihe zu ihrem 25-jährigen Jubiläum. Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung hatte 1992 in Rio de Janeiro global gültige und lokal umzusetzende Grundsätze für eine nachhaltige Entwicklung auf ökologischem, ökonomischem und sozialem Gebiet beschlossen. Diese Entwicklung sollte unter Beteiligung außerpolitischer Gremien von den kleinsten Verwaltungseinheiten wie den Kommunen ausgehen. Zunächst hatten sich in einer Auftaktveranstaltung Ende 1999 vier Agendagruppen gebildet: Wirtschaftliche Weiterentwicklung, Soziales, Kultur und Fremdenverkehr sowie Umwelt. Heute ist die Gruppe Umwelt die einzig noch aktive Gruppe. Sie widmet sich Themen wie der Nutzung von regenerativen Energien, Umweltproblemen wie dem Trockenfallen der Weil, Erhaltung von Biotopen wie der. Riedelbacher Heide und wertvollen Landschaftselementen wie Obstbäumen. Dabei steht sie in engem Kontakt mit der Gemeinde Weilrod. Das Jubiläum will die Umweltgruppe vor dem Vortrag mit einem kleinen Umtrunk mit ihren Gästen feiern. Informationen über die Arbeit der Gruppe werden auf Plakaten dargestellt. Anschließend nach der Begrüßung durch Thomas Götz von der Umweltgruppe und Grußworten von Bürgermeister Götz Esser wird der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Dr. Dr. Dieter Selzer über Organisation, Finanzierung, Aufgaben, Ziele und Projekte des Landschaftspflegeverbandes berichten. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zur Arbeit des Landschaftspflegeverbandes zu stellen.