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| Sebastian Budig zeigt einen Halbhöhlenkasten |
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| Etwa 20 Zuhörer interessieren sich für Nisthilfen. |
Riedelbach.
Auf mehreren Tischen im Dorfgemeinschaftshaus von Riedelbach lagen am
Mittwochabend die unterschiedlichsten Vogelnistkästen und andere
Nisthilfen bereit. Sebastian Budig, Vorsitzender der Vogel- und
Naturschutzgruppe Grävenwiesbach, informierte auf Einladung der
Umweltgruppe der der Lokalen Agenda 21 Weilrod an diesem Abend
darüber, wie verschiedenen Vogelarten mit diesen Angeboten geholfen
werden kann. „Vögel sind ein Indikator dafür, wie intakt die
Natur in einem Lebensraum ist“, so der ehemalige Lehrer.
Mittlerweile sei fast die Hälfte der Vogelarten in Deutschland auf
der gefährdeten Seite, 14 Vogelarten sei hier schon ganz
verschwunden. Nistkästen seien dabei aber nur eine Hilfe für
bestimmte Vogelarten, die eben in Höhlen brüteten. Es gebe aber
noch viel mehr Vogelarten, die in Gebüschen, auf Bäumen oder auf
dem Boden ihre Nester bauten. Nistkästen imitierten Baumhöhlen. In
der Natur würden diese von Spechten hergestellt. „Die normalen
Nistkästen werden von Blau- und Kohlmeise, Haus- und Feldsperling,
Kleiber und Trauerfliegenschnäpper angenommen“, zählte Budig auf.
Dabei werde durch die Größe des Einflugloches Einfluss auf die
Vogelart genommen. Größere Nistkästen werden auch gerne von Staren
angenommen. Aber auch Hornissen und Wespen besiedeln gerne solche
Höhlen. „Die Wasseramsel ist ein Phänomen“, schwärmte Budig
von dem kleinen braunen Vogel mit der weißen Brust, „sie ist
wunderbar an ihren Lebensraum angepasst.“ Mit speziellen
Nistkästen, die unter Brücken angebracht werden, kann ihr geholfen
werden. Oft würden diese Kästen auch von Gebirgsstelzen genutzt.
Bei den manchmal angebotenen kugeligen Nisthilfen für Zaunkönige
habe der Vogelschützer noch nie beobachtet, dass diese von dem
kleinen mausgrauen Vogel mit dem steil aufgerichteten Schwanz genutzt
würden. Lieber baue dieser sich seine eigenen Nester aus Moos in
dichtes Gestrüpp. Budigs Begeisterung für die Vogelwelt war ihm
auch bei der Beschreibung des Gartenbaumläufers anzuhören. Dieser
könne ja den Baumstamm, im Gegensatz zum Kleiber, nur kopfaufwärts
hochlaufen. Dabei fliege er die Stämme immer am Stammfuß an, um sie
dann spiralförmig von unten nach oben mit seinem Pinzettenschnabel
nach Insekten abzusuchen. Garten- und Waldbaumläufer nisteten
natürlicherweise in Spalten unter der Baumrinde. Um diese Vogelarten
zu unterstützen wurden spezielle, keilförmige Nisthilfen
entwickelt, die seitliche Einschlupflöcher besitzen. Auch den
Mehlschwalben könne mit Kunstnestern geholfen werden, die unter dem
Dachüberstand montiert werden, so Budig. Ein freier Anflug sei
hierbei wichtig. Er plädierte dafür, solche Kunstnester in kleinen
Gruppen aufzuhängen. Für große Kolonien an Mehlschwalben, sei das
Nahrungsangebot selbst in Dörfern meist nicht mehr vielfältig
genug. Schwieriger sei es, für die Rauchschwalbe als „Stallschwalbe“
neue Nistgelegenheiten anzubieten. Für den Mauersegler allerdings
hatte Budig auch ein Nistkastenmodell parat. Und für den Steinkauz
als Streuobstwiesenbewohner hatte er eine Niströhre mitgebracht.
Kurz ging der Vogelfreund auch auf Sonderfälle wie Eisvogel und
Wiedehopf ein. Die rund 20 Besucher der Veranstaltung lauschten
Budigs Ausführungen, die mit manchen Anekdoten geschmückt waren
über zwei Stunden. sn
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| Thomas Götz bedankt sich bei Sebastian Budig für seinen Vortrag |
Nisthilfen können hier bezogen werden:
Schwegler Vogel- und Naturschutzprodukte
https://www.schweglershop.de/
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| Sebastian Budig erläutert die Form der Nisthilfe für Baumläufer |
Hofgut Sassen:
https://lebensgemeinschaft.de/