Weblog der Agendagruppe Umwelt der Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis
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Donnerstag, 5. November 2026
Besuch auf dem Struthhof bei Finsternthal
Seit 2021 gab es das Projekt „100 nachhaltige Bauernhöfe“ in Hessen. Im Herbst 2025 war der Struthhof in Finsternthal als einer von zwei Höfen im Hochtaunuskreis in das Projekt aufgenommen worden. Das allerdings 2026 schon wieder eingestampft wurde. Familie Boß vom Struthhof wollte mit Hilfe der Förderung mehr Aktionstage im Jahr anbieten. Unter anderem bekommen sie gelegentlich Besuch von Schulklassen oder Kindergartengruppen. Am 17. Oktober waren sechs Interessierte aus den Reihen der Umweltgruppe der Lokalen Agenda 21 Weilrod bei der Familie Boß, um sich über den Hof berichten zu lassen und ihn zu besichtigen. Bereits seit 2014 züchtet hier die Familie Boß Galloway-Rinder. Daneben halten sie auch immer einige Duroc-Schweine und 120 Legehennen im Mobilstall. Von ihren etwa 60 Obstbäumen auf eigenen Grundstücken sowie weiteren 30 auf gepachteten Obstwiesen ernten sie das Obst. Ein Teil wird zu Marmelade verarbeitet, ein anderer Teil wird in Strinz-Margarethä zu Obstbränden veredelt. Aber auch Apfelsaft und Apfelsecco ergänzen das Angebot des Hofladens,der seit September 2020 geöffnet ist. Der Obstbaumschnitt wird jetzt auch zu Pflanzenkohle verarbeitet. Dazu leihen sich Yvonne und Christian Boß einen entsprechenden Ofen vom Nabu. Mit der Pflanzenkohle haben sie ihr Angebot im Hofladen erweitert. Aber dann gibt es auch einzelne Aktionen, bei denen sie auf Nachhaltigkeit setzen. Beispielsweise haben sie für ihre Tiere einen Unterstand aus „Finsternthäler Käferholz“ hergestellt. Drei Hektar ihrer Weideflächen sind mit einem Wolfszaun eingezäunt. Beantragt hatten sie einen Zaun für die neun Hektar Weideflächen, die sie für eine artgerechte Haltung der Galloways benötigen. Die Weideflächen seien sehr artenreich, betonte Yvonne Boss. Viele Kennarten magerer Wiesen seien auf den Weideflächen zu finden. Die Galloways geben dem Boden nur das zurück, was sie auch fressen. Nachhaltig sei auch die Nutzung der Rinder, denn nicht nur das Fleisch werde verwertet, sondern auch die Häute. Sie werden gegerbt und entweder als Fell verkauft oder als Leder an die Industrie. Selbst aus den Knochen wird noch Brühe gekocht. Christian Boß, der den Hof als Nebenerwerbsbetrieb führt, betonte: „Wir versuchen so nachhaltig zu arbeiten wie möglich“. Und so gibt es auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 18 kWp und einem 17-KW-Speicher, die eine 75-prozentige Autarkie gewährleistet. Eine Feststoffheizung kombiniert mit einem 2000-Liter Pufferspeicher sowie eine Flüssiggasheizung für Notfälle garantiert Wärme im Haus. Mit Hilfe einer Biokläranlage wird das Abwasser in einem Schilfbeet geklärt und so direkt dem Bach zugeleitet. Die Feststoffe werden gespeichert und einmal jährlich abgepumpt und entsorgt. Und das funktioniert schon seit etwa 20 Jahren so. Auch ihr Trinkwasser gewinnt Familie Boß vor Ort. In einem unterirdischen Quellbecken wird mineralreiches Wasser in Trinkwasserqualität gewonnen und über eine Wasseraufbereitungsanlage ins häusliche Netz eingespeist. (sn)
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